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Eine unvergessliche Fahrt (Gelesen: 288 mal)
harald schuessler
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Ich steh auf
170er...

Beiträge: 463
Geschlecht: male
Eine unvergessliche Fahrt
10.02.2020 um 10:52:44
 
Liebe 170er-Freunde,
 
ein Bericht aus der Erinnerung. 60er Jahre: Eine unvergessliche Fahrt.
Vorweg: alle Namen sind geändert, Ähnlichkeiten rein zufällig. Vorsichtshalber sage ich sogar: die ganze Geschichte ist frei erfunden. Das stimmt aber nicht.
 
Es grüßt Euch Harald schüßler
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aldeberan
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Ich steh auf
170er...  und  
Isetta 300

Beiträge: 78
Geschlecht: male
Re: Eine unvergessliche Fahrt
Antworten #1 - 12.02.2020 um 16:52:12
 
Schön,daß es in diesem Forum nicht nur um verrußte Kerzen, verstopfte Düsen, tropfende Getriebe und Kupferwürmer geht.
 
Was wäre das Forum ohne Haralds  launige Beiträge. Allein schon der Satz  "Das stimmt aber nicht" in seinem letzten Beitrag läßt mich den ganzen Abend  
 
ganzen Abend kiechern. Irgendwann  wird es Zeit,  Haralds Beiträge zu einem Schmunzelbuch zusammen zu stellen.
 
Ein begeisterter Leser.
 
 
                                          Klaus
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harald schuessler
Senior Member
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Ich steh auf
170er...

Beiträge: 463
Geschlecht: male
Re: Eine unvergessliche Fahrt
Antworten #2 - 13.02.2020 um 16:34:19
 
Lieber Klaus,
 
vielen Dank für deinen freundlichen und aufmunternden  Kommentar!  
Du hast schon Recht, man könnte ein kleines Buch über diese verrückte Zeit schreiben. Das kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen. Heute ist alles doch sehr eng und reglementiert und einfallslos geworden. Selbst die Psychiater sagen uns, ein Blick in alte Protokolle zeige, dass die Welten der Träumer und die Marotten der Verrückten schon einmal vielfältiger und origineller gewesen seien.  
 
Es grüßt dich Harald
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herioss
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Ich steh auf
170er...

Beiträge: 71
Geschlecht: male
Re: Eine unvergessliche Fahrt
Antworten #3 - 14.02.2020 um 13:13:30
 
Lieber Harald,
 
ein grandioses Stimmungsbild, das mitreißender nicht sein könnte. Es ist selbst im Ausland ein literarischer Genuss sich deine Geschichten, deren Pointen, die stets steigende Spannung und dann das HappyEnd auf den Lippen zergehen zu lassen. Alleine deswegen schon lohnt es sich ein begeisterter 170er-Fan zu sein.
 
Es grüßt dich herzlich
 
Heribert
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Sina170D
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Beiträge: 10
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Re: Eine unvergessliche Fahrt
Antworten #4 - 15.02.2020 um 11:07:05
 
Moin lieber Harald,  
ja ein Buch  Lächelnd Ich würde es mir kaufen  Augenrollen
Wann erscheint es?  Zwinkernd
Viele Grüße
Sina
 
Vg Sina
Zitat von harald schuessler am 13.02.2020 um 16:34:19:
Lieber Klaus,

vielen Dank für deinen freundlichen und aufmunternden  Kommentar!
Du hast schon Recht, man könnte ein kleines Buch über diese verrückte Zeit schreiben. Das kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen. Heute ist alles doch sehr eng und reglementiert und einfallslos geworden. Selbst die Psychiater sagen uns, ein Blick in alte Protokolle zeige, dass die Welten der Träumer und die Marotten der Verrückten schon einmal vielfältiger und origineller gewesen seien.

Es grüßt dich Harald

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harald schuessler
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Ich steh auf
170er...

Beiträge: 463
Geschlecht: male
Re: Eine unvergessliche Fahrt
Antworten #5 - Gestern um 09:22:46
 
Lieber Sina,  
danke, da muss ich noch mal gut nachdenken.
Lieber Heribert,
auch dir vielen Dank für deinen sehr freundlichen Kommentar. Du sprichst von “auf den Lippen zergehen lassen“ und vergleichst damit diese Geschichte mit einem Essen. Das bringt mich auf die Idee - zu einem guten Essen gehört ja schließlich auch noch eine kleine Nachspeise - eine Ergänzung hinzuzufügen:  
Noch eine unvergessliche Fahrt - davon gab es damals nämlich ziemlich viele.
 
Gleiche Zeit - gleicher Ort - gleiches Personal.  
Der in dem Bericht „Paul“ genannte Freund war ein tüchtiger und einfallsreicher Mann. Schon bald wurde er Professor an dieser Kunsthochschule. Womit für ihn die Sache mit der knappen  Kasse ein für allemal der Vergangenheit angehörte. Jeder Leser ahnt, was nun passieren musste: Paul kaufte sich einen 220er, natürlich ein Kabriolett, natürlich einen Zweisitzer. Als er dann noch eine kaum gebrauchte Auspuffanlage erstehen konnte bat er uns, ihm beim Abholen zu helfen.  
Arglos machten wir uns am nächsten Wochenende mit dem 170 DS auf den Weg, das waren nur 15 Kilometer. Dort angekommen sahen wir, dass die Auspuffanlage noch ohne jede Schelle komplett verschweißt war. Wie sollten wir dieses rund viereinhalb Meter lange Kunstwerk in unserem Auto transportieren? Mein Vorschlag, den Auspuff in drei Stücke zu zerschneiden, wurde taktvoll überhört. Paul hatte andere Vorstellungen.  
Peter setze sich auf den Beifahrersitz, ich hinten, rechte Seite. Dann kurbelten wir die Fensterscheiben herunter, streckten die Arme weit nach draußen und Paul reichte uns den Auspuff an. Schon ging es zügig zurück. Er saß am Steuer, unsere Aufgabe war es, dieses schlingernde Ungetüm in einem gehörigen Abstand vom Auto entfernt zu halten. Und loslassen durften wir auch nicht.
Das Besondere an dieser Auspuffanlage war aber gar nicht, dass sie noch komplett verschweißt war. Nein, sie war – anders als das bei Auspuffanlagen üblich ist - innen nicht hohl, sie war massiv. Und zwar aus Blei. Und 15 Kilometer waren das auch nicht, es müssen mindestens 150 gewesen sein.  
Aber das Erstaunlichste: Als wir dann am nächsten Tag die Auspuffanlage noch einmal in Ruhe betrachtet haben - da war sie wieder hohl! Und aus ganz normalem Eisenblech, wie jede andere Auspuffanlage auch. Dann habe ich nochmal in die Karte gesehen. Es waren tatsächlich nur 15 Kilometer.  
Wie man sich täuschen kann!
 
Es grüßt dich und euch alle
Harald Schüßler
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Sina170D
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Beiträge: 10
Geschlecht: female
Re: Eine unvergessliche Fahrt
Antworten #6 - Gestern um 10:27:34
 
Was für ein leckeres Dessert - vielen Dank für die Erzählung des magischen Auspuffs.  
Viele Grüße Sina
 
Zitat von harald schuessler am Gestern um 09:22:46:
Lieber Sina,
danke, da muss ich noch mal gut nachdenken.
Lieber Heribert,
auch dir vielen Dank für deinen sehr freundlichen Kommentar. Du sprichst von “auf den Lippen zergehen lassen“ und vergleichst damit diese Geschichte mit einem Essen. Das bringt mich auf die Idee - zu einem guten Essen gehört ja schließlich auch noch eine kleine Nachspeise - eine Ergänzung hinzuzufügen:
Noch eine unvergessliche Fahrt - davon gab es damals nämlich ziemlich viele.

Gleiche Zeit - gleicher Ort - gleiches Personal.
Der in dem Bericht „Paul“ genannte Freund war ein tüchtiger und einfallsreicher Mann. Schon bald wurde er Professor an dieser Kunsthochschule. Womit für ihn die Sache mit der knappen  Kasse ein für allemal der Vergangenheit angehörte. Jeder Leser ahnt, was nun passieren musste: Paul kaufte sich einen 220er, natürlich ein Kabriolett, natürlich einen Zweisitzer. Als er dann noch eine kaum gebrauchte Auspuffanlage erstehen konnte bat er uns, ihm beim Abholen zu helfen.
Arglos machten wir uns am nächsten Wochenende mit dem 170 DS auf den Weg, das waren nur 15 Kilometer. Dort angekommen sahen wir, dass die Auspuffanlage noch ohne jede Schelle komplett verschweißt war. Wie sollten wir dieses rund viereinhalb Meter lange Kunstwerk in unserem Auto transportieren? Mein Vorschlag, den Auspuff in drei Stücke zu zerschneiden, wurde taktvoll überhört. Paul hatte andere Vorstellungen.
Peter setze sich auf den Beifahrersitz, ich hinten, rechte Seite. Dann kurbelten wir die Fensterscheiben herunter, streckten die Arme weit nach draußen und Paul reichte uns den Auspuff an. Schon ging es zügig zurück. Er saß am Steuer, unsere Aufgabe war es, dieses schlingernde Ungetüm in einem gehörigen Abstand vom Auto entfernt zu halten. Und loslassen durften wir auch nicht.
Das Besondere an dieser Auspuffanlage war aber gar nicht, dass sie noch komplett verschweißt war. Nein, sie war – anders als das bei Auspuffanlagen üblich ist - innen nicht hohl, sie war massiv. Und zwar aus Blei. Und 15 Kilometer waren das auch nicht, es müssen mindestens 150 gewesen sein.
Aber das Erstaunlichste: Als wir dann am nächsten Tag die Auspuffanlage noch einmal in Ruhe betrachtet haben - da war sie wieder hohl! Und aus ganz normalem Eisenblech, wie jede andere Auspuffanlage auch. Dann habe ich nochmal in die Karte gesehen. Es waren tatsächlich nur 15 Kilometer.
Wie man sich täuschen kann!

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Harald Schüßler

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